Meine schönsten Tattoos

3,5 Monate. War ich nicht gerade erst im Kreissaal? Habe ich dich nicht gerade zum ersten Mal gesehen und in den Armen gehalten? Und doch ist es, als wärst du schon immer da gewesen. Als würde ich dich schon mein Leben lang kennen. Ein Leben ohne dich ist jetzt schon komplett undenkbar.

Es gibt viele Dinge, die sich Frauen fragen, bevor sie ihr erstes Kind bekommen. Und da ich mir auch viele Fragen gestellt habe und auch einige Fragen bekommen habe, möchte ich hier ein paar davon für mich beantworten. Es geht also um meine persönlichen Erfahrungen aus den ersten 3 Monaten mit einem Baby. Vielleicht möchtest du auch eine Familie gründen oder stehst schon kurz davor? Dann kann es ja immer hilfreich sein, sich ein paar Erfahrungen durchzulesen. Aber ich möchte noch einmal betonen, dass das nur meine Erfahrungen sind und jede Frau andere macht!

Wie ich meine Gefühle beschreiben würde?

Ich sitze hier und versuche Worte zu finden. Ich finde keine. Mein Mann sagt immer, dass man es ein bisschen damit vergleichen kann, frisch verliebt zu sein. Dieses Kribbeln im Bauch. Das interessierte Gefühl beim Kennenlernen. Und doch ist diese Liebe und das Band der Beziehung so anders, stark und irgendwie neu! Man möchte sein kleines Ich beschützen und ihm als Eltern alle Liebe schenken, die man nur hat. Aber auch wenn ich meine Gefühle nur schwer in Worte fassen kann, kann ich dir sagen, was die schönsten Momente für mich sind. Die wundervollsten Augenblicke sind die, in denen ich meinen Mann mit unserer Maus spielen sehe. Da geht mein Herz einfach nur auf. Wenn er ihr etwas vorsingt, vorspielt, mit ihr lacht und sie tröstet. Oder wenn sie Abends müde auf seinem Arm an seiner Brust liegt und aussieht, als dürfte man sie nicht stören oder als wollte sie ihren Papa ganz für sich allein haben. Hach. Ich glaube, das sage ich ganz oft. Aber es gibt wirklich keine schöneren Momente im Leben. Unsere Tochter hat unser Leben komplett auf den Kopf gestellt. Alles ist anders. Natürlich ist es auch anstrengender, wie ich schon in meinem früheren Blogpost geschrieben habe, aber es ist so viel spannender und vielseitiger. Man hat plötzlich einen ganz anderen Verantwortungsbereich aus dem man so viel Neues lernt. Ein Baby zu bekommen ist wirklich eine unbeschreibliche Bereicherung im Leben!

War die erste Zeit, wie ich sie mir vorgestellt habe?

Ehrlich gesagt: Nein. Das ist nicht negativ gemeint. Aber meine Vorstellungen kamen einfach nicht an das heran, was ich hier jeden Tag erfahre. Emotional kann man sich diese Dinge und Gefühle einfach nicht vorstellen. Das hab ich ja jetzt schon oft genug gesagt. Aber für mich waren diese drei ersten Monate auch praktisch einfach ganz anders als gedacht. Man liest sich in der Schwangerschaft so viel darüber durch, wie sich die Babys in den ersten Monaten verhalten. Wie viel schläft ein Baby? Wie viel können Babys schon sehen? Wie oft muss ein Neugeborenes trinken? Was bekommt ein Baby schon mit? Ab wann lacht ein Baby? Auch ich habe all solche Fragen in Mr. Google getippt und mir dazu einiges durchgelesen. Aber dass jedes Kind ganz unterschiedlich ist und im Internet immer nur die Norm oder der Durchschnitt beschrieben wird, berücksichtigt man vor der Geburt seines ersten Kindes noch nicht. Wie denn auch? Das eigene Baby ist ja noch nicht da? Zum Beispiel beim Thema Schlafen lief alles ganz anders als gedacht. Mein Mann und ich machen und immer darüber lustig, dass wir sagen können, dass wir erst durch die Geburt unserer Tochter einen richtigen Schlafrhythmus gefunden haben. Emma hat nämlich von Anfang an super geschlafen. Ich musste sie nur 1-2x in der Nacht stillen und nach kurzer Zeit hat sie sogar durch geschlafen. Wir sind dann immer zu einer bestimmten Zeit Abends ins Bett gegangen, wo ich sie das letzte Mal gestillt habe und dann sind wir mit ihr relativ früh aufgestanden. Zwar hat sich ihr tolles Schlafverhalten in der letzten Zeit verändert und sie ist Nachts deutlich unruhiger geworden, aber ich hab mir das vor allem am Anfang viel schwieriger vorgestellt. Oder das Lachen. Unsere Emma hat schon ganz früh angefangen zurückzulachen. Deutlich früher, als die “Norm” es beschreiben würde. Dafür hat sie sich am Anfang mit der Bauchlage sehr schwer getan. Und so ist einfach jeden Kind einzigartig und es macht wirklich Spaß herauszufinden, wie das eigene Kind so tickt.

 

Leidet die Ehe nicht darunter?

Also weniger Zeit zu zweit hat man auf jeden Fall. Das ist ja auch klar wenn man plötzlich einen weiteren Mitbewohner Zuhause hat. Wenn man jetzt ein Date haben möchte, dann muss man sich beeilen oder abpumpen und braucht einen Babysitter. Das ist gar nicht so leicht, wie man denkt – also die Babysittersuche. Auch ausgiebige Spaziergänge und Gespräche sind viel seltener geworden. Wir waren vor Emmas Geburt eigentlich jeden Tag einmal ganz lang spazieren. Das war eins unserer gemeinsamen Hobbies. Wir haben gern die Gegend erkundet und neue Wege ausprobiert und dabei darüber gesprochen, was alles so in den letzten Jahren passiert ist, wofür wir dankbar sind, was momentan bei uns so abgeht und wie unsere Zukunftspläne aussehen. Das ist jetzt nicht mehr so – jedenfalls die Häufigkeit. Emma weint nämlich momentan immer öfter im Kinderwagen und in der Trage oder im Tragetuch ist sie ja eh nicht gern. Aber nur, weil etwas seltener geworden ist heißt es ja nicht, dass es schlechter ist. Kompromisse gibt es schließlich in allen Bereichen des Lebens. Ob man einen Job hat, der mehr Zeit in Anspruch nimmt, ein neues Hobby anfängt oder ein Kind bekommt (ohne das alles jetzt auf die gleiche Stufe stellen zu wollen). Aber meiner Erfahrung nach stärken solche Dinge die Beziehung nur. Es gibt immer viel Gesprächsstoff und wenn man selbst ausgeglichener oder beschäftigter ist, dann sind die Gespräche spannender aber auch entspannender. Dates gewinnen dadurch noch mehr an Bedeutung und Reiz. Für mich schweißt ein Baby zwei Personen einfach mehr zusammen. Und das wichtigste ist: Man ist glücklicher. Man hat plötzlich ein kleines Menschenwesen, was man  am besten kennt und trotzdem jeden Tag weiter kennen lernt. Man sieht Ähnlichkeiten und Unterschiede zu sich selbst und dem Partner und freut sich über jede neue Entdeckung, die man an seinem eigenen Kind macht! Ein Baby macht eine Familie glücklich.

Nach der Geburt hat man doch nur noch schlaffe, streifige Haut, oder?

Viele Frauen haben Angst davor ein Baby zu bekommen, weil sie fürchten sich in ihrem Körper nicht mehr wohl zu fühlen. Ein Baby verändert den Körper, ja. Aber ein Baby verändert auch die Sichtweise auf seinen Körper. Ich meine: Man hat seinen Körper mit einem weiteren Menschen geteilt. Neun Monate hat er diesen Menschen versorgt und umher getragen. Es ist nur natürlich, dass der Körper sich durch diese Aufgabe verändert. Aber ist es nicht erstaunlich, was da überhaupt passiert? Gott hat uns dadurch die Möglichkeit gegeben, selbst Leben zu erschaffen! Das ist unglaublich! Ich gehöre zu den Frauen, die nach der Geburt schnell wieder ihre zusätzlichen Schwangerschaftspfunde verloren haben. Ich habe ca. 10kg in der Schwangerschaft zugenommen, hatte mein Ausgangsgewicht nach ein paar Wochen wieder und bin momentan sogar 3kg unter meinem Ausgangsgewicht, was zum einen dem Stillen und zum anderen meiner Ernährung zu verdanken ist. Aber auch ich habe einige Veränderungen an meinem Körper, die ich nicht mehr loswerde. Als ich im achten Monat schwanger war, bin ich eines Morgens aufgewacht und habe festgestellt, dass ich 3 große dicke Schwangerschaftsstreifen an meinem Bauch bekommen habe. Im ersten Augenblick war ich davon richtig genervt, weil ich die ganze Schwangerschaft davon ‘verschont’ geblieben bin und jetzt, kurz vor Ende doch welche bekam. Echt jetzt? Musste das sein? Aber dann wurde mir klar, dass es Narben sind, die und ab jetzt zu meinem Körper dazugehören. Es sind Narben die zeigen, dass in mir meine kleine Tochter gewachsen ist. Das ist ein wundervoller Gedanke, findest du nicht? Es sind meine schönsten (und einzigen) Tattoos! Ohne Tinte und Nadel, ganz natürliche Tattoos. Hinter ihnen steht eine Geschichte, ein Ereignis, ein Mensch! Es blieb auch nicht bei den drei Streifen. Aber man lernt, seine Veränderungen zu lieben, wenn man sie durch die Augen der Schöpfung getrachtet. Mein Mann sieht es übrigens genauso. Meines Erachtens nach sind diese ‘Opfer’ nur die kleinsten, die wird als Mütter bringen. Und sind Kinder nicht jedes Opfer wert?

 

 

BE HAPPY!

 

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Dann schreib mir doch einfach eine E-Mail (laura@healthymarriage.de) oder hinterlass mir einfach einen Kommentar.

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